Im Gebrauchtwarenkaufhaus lagen die Zuschauer wie die Ölsardinen in den Verkaufsregalen nebeneinander, knubbelten sich auf den Schränken und drängelten sich unter Stehlampenschirmen – Jürgen Becker war zu Gast im Kulturraum Auerberg! Hieße er anders, der Raum, müsste er jetzt in Kulturraum umbenannt werden! Einen Abend mit Jürgen Becker im Schweinsgalopp durch die Kunstgeschichte und du kannst dir die gesamte Schulzeit sparen – bis auf Mathematik. Aber wenn du eh weißt, dass an dich in Mathe nichts drankommt, brauchst du dich deswegen ja auch nicht zwingend früh morgens auf den Schulweg zu machen. Was ich über die Religionen, Stilepochen und Baustile gelernt habe! Und so lustig und unterhaltsam dabei.

Vor allem aber bin ich dem Becker dankbar, dass der mir verständlich erklärt hat, was überhaupt Kunst ist. Also ich weiß jetzt zum Beispiel, dass Kandinsky kein Neuzugang beim 1. FC Köln ist. Und bevor ich demnächst auf einer Vernissage die rote Skulptur in der Ecke bewundere, vergewissere ich mich erst mal, ob das nicht der Feuerlöscher ist. Zutiefst dankbar bin ich Becker für seinen Tipp: Kunst ist alles, was von Hasenkamp transportiert wird.

Was jetzt für mich als Auerbergerin auch ganz ungewohnt war: die vielen fremden Gesichter. Ja, weil der Jürgen Becker so was von bekannt ist, waren ganz viele unbekannte Gesichter unter den Zuschauern. Und da sieht man mal wieder, wie wichtig es ist, dass der Kulturraum Auerberg uns Auerbergern immer wieder Kultur anbietet. Denn das hat man eben an dem Abend ganz deutlich gemerkt, dass der Auerberger hier jetzt – wie soll ich es ausdrücken – zu langsam war. Als der sich nämlich dann endlich entschlossen hatte, an sich etwas Kunst und Kultur herankommen zu lassen, da war es zu spät – ausverkauft! Was um so ärgerlicher ist, weil es nach der Vorstellung lecker Freibier und Brezeln gab.

Ich bin da jetzt aber mal guter Dinge, dass beim nächsten Mal, wenn wieder ein so was von bekannter Künstler auftritt, dass da wir Auerberger wieder von unserem Heimvorteil Gebrauch machen und uns den Termin frühzeitig sichern. Apropos Termin und Heimvorteil. Laut Jürgen Becker ist jeder Sperrmüll eine Vernissage. Am 6. April ist im Auerberg Sperrmüll. Wir sehen uns!

Für den Kulturraum schreibt …

Adelheid Bennemann. Adelheid Bennemann. Sie ist 1959 geboren und ab dann mit jedem Jahr bis zum heutigen Tag in Bonn konsequent älter geworden. Im Kleinkindalter erste Wörter gebrabbelt und Spaß daran gefunden. Daraufhin konsequent weitergesprochen. Im Alter von sechs Jahren zusätzlich die Fähigkeit des Lesens und Schreibens angeeignet.

Um sich der Sprache, insbesondere der Überredungskunst, so intensiv wie möglich widmen zu können, konsequenterweise geheiratet.
Wegen der stetig anwachsenden Liebe zum Wort zusätzlich Töchter in die Welt gesetzt.

Da auch das nicht genügt, den Sprachdurst zu stillen, bis heute Berufstätigkeit im Schuldienst. Da aber Schülerohren irgendwann Ermüdungserscheinungen zeigen, verlegt sie sich seit Jahren auf das geschriebene Wort, das in diversen Buchpublikationen und im Internet veröffentlicht wird.

Bitte-Reklame-einwerfen.blogspot.de/

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